Chirripó Nationalpark

File 816Inmitten des zwischen 1.500 und 3.800 m Höhe gelegenen Nationalparks (geöffnet tägl. 8-16 Uhr) erhebt sich Costa Ricas höchster Berg, der Cerro Chirripó mit einer Grösse von 3.820 m. Er ist Teil der Cordillera de Talamanca, welche sich als längste, höchste und teilweise schwer passierbare Bergkette durch das Land zieht. Zum Talamanca-Hochland zählen noch zwei weitere Gipfel, die über 3.800 m messen. In den höchsten Lagen über 3.400 m wächst eine Landschaft aus Krüppelwald und weiten Grasböden (Páramo), interessant aussehende Felsformationen (Los crestones) lockern die karge Landschaft etwas auf. Darunter finden sich dem eisigen Klima angepasste Sträucher, Gräser und Moose, sowie kristallklare Gletscherseen. Auf diese bezieht sich auch der Name des Parkes: indianisch Chirripó bedeutet "ewiges Wasser".

File 765Tiere wie Jaguar, Puma, Ozelot, Kaninchen, Kojote und Tapir leben in dieser Vegetationszone. Weiter hinab zwischen 2.500 und 3.400 m dominiert ein üppiger und immergrüner Nebelwald, der im augenscheinlichen Gegensatz zum Páramo steht. Bis zu 50 m hohe Eichen, Erlen, Lorbeerbäume und Würgfeigen wachsen hier. Als Region, die der Flora und Fauna ungestörtes Wachstum und Lebensraum bietet, wurde der gesamte Park zusammen mit dem internationalen Park La Amistad 1983 zum Weltnaturerbe der UNESCO erhoben. Popularität erreichte der Park besonders durch seine Vogelwelt. Bedrohte Vögel wie der Quetzal oder die Harpyie haben hier ihre Nistplätze. In der Páramo-Landschaft finden sich ebenfalls seltene Vogelarten wie der Weinkehl-Kolibri, der nur in Costa Rica existiert. Unter den unzähligen Reptilienarten sind einige außerordentliche Hochlandreptilien wie Fransenfingerechsen oder Hochlandkrokodilechsen zu finden.
Der Gipfel des Cerro Chirripó ist ausschließlich zu Fuss erreichbar. Der Aufstieg ist lang, kalt und nass, also eher beschwerlich, doch merkt man bei Ankunft schnell, dass sich die Strapazen auszahlen: Der Sonnenaufgang auf der Karibikseite während die Pazifikseite noch in der Dämmerung schläft, bietet ein einmaliges und fesselndes Panorama. Der Parkeingang liegt bei San Gerardo de Rivas, bis zum Gipfel sind es noch ca. 2.500 Höhenmeter zu überwinden. Nach ca. 10 km erreicht man eine Berghütte (Refugio de los Crestones), weitere 6 km Weg enden an der Bergspitze. Da der Aufstieg bis zu 10 Stunden dauern kann, sollte man körperlich gut konditioniert sein und sehr früh anreisen.

Das Eingangstor ist von 4 Uhr bis 10 Uhr für Wanderer zum Gipfel geöffnet, danach werden keine Wanderer mehr durchgelassen. Auch die Temperaturen sollten nicht unterschätzt werden, je höher desto kälter wird es und das Thermometer rutscht bis unter den Gefrierpunkt. Der Aufstieg kann auch in Begleitung eines Bergführers unternommen werden. Am geeignetesten ist der Besuch in der Trockenzeit von Dezember bis April. Der Park ist außerdem beliebtes Ausflugsziel einheimischer Familien, besonders in der Ferienzeit und am Wochenende. Die Berghütte nahe der Bergspitze bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten, ist aber in den Hochzeiten meist besetzt. Außerdem werden lediglich Schlafplätze zur Verfügung gestellt, für genügend Wasser und Verpflegung muss selbst gesorgt werden. Plant man eine oder mehrere Übernachtungen, sollte unbedingt vorher an der Rangerstation Chirripó oder in San Isidro nach Kapazität und Reservierung gefragt werden.

San Isidro ist ca. 15 km von San Gerardo de Rivas im Chirripó-Tal entfernt. In dem netten Örtchen umgeben von Kaffeeplantagen bieten sich ebenfalls Schlafmöglichkeiten an, insbesondere um morgens bequem zum Park zu kommen. Auch wenn man den beschwerlichen Aufstieg nicht auf sich nehmen möchte, rentiert sich ein Besuch des Chirripó-Tals. Variantenreiche kleinere Wanderwege, die an Wasserfällen und Thermalquellen vorbeiführen, versprechen einen entspannten und interessanten Ausflug.