Corcovado Nationalpark

File 819Der 42.000 ha große Nationalpark Corcovado befindet sich auf der kleinen Halbinsel Osa und wurde 1975 zum Schutzgebiet erklärt, nachdem in den 1960er Jahren viele Goldsucher, Wilderer und Holzfäller erheblichen Schaden in der Gegend anrichteten. Gleich mehrere Rangerstützpunkte sind im Park verteilt. Von der Bahía Drake und Puerto Jiménez (Standort der Parkverwaltung) aus gibt es die Möglichkeit mit kleinen Chartermaschinen zum größten Stützpunkt La Sirena zu fliegen.

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Für eine Anfahrt mit dem Auto ist besonders in der Regenzeit die Ausstattung mit Allradantrieb unverzichtbar. Die meisten Besucher kommen mit dem Boot an die Stationen San Pedrillo oder La Sirena, problemlos werden viele Transfers von den Unterkünften in der Nähe organisiert. Ebenso bequem sind geführte Touren zu buchen, ein großes Angebot findet sich in der Bahía Drake und in Puerto Jiménez. Im Park selbst gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten, eine Ausnahme ist die Station La Sirena, wo nach rechtzeitiger Anmeldung Zeltplätze und einfache Unterkünfte zur Verfügung stehen.
Die Landfläche des Schutzgebietes beherbergt mindestens 10 unterschiedliche Vegetationszonen, angefangen beim Bergregenwald, der den größten Teil des Areals einnimmt, über Nebelwald, Tieflandregenwald, Steppenwald, Sumpfwald bis hin zu Mangrovenwäldern. Darunter finden sich um die 500 verschiedene Baumsorten sowie 150 Orchideenarten. Diese biologische Vielfalt ist gleichzeitig Heimat von über 100 Säugetieren wie alle 4 in Costa Rica lebenden Affenarten, sowie Tukane, Nasenbären, Ameisenbären und sogar Tapire.

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Auf die Wildkatzen Jaguar, Puma oder Ozelot stößt man eher selten, da diese sehr scheu sind. Vogelkundler treffen auf mehr als 350 Vogelarten, von denen insbesondere der Rote Ara hier noch häufig vertreten ist. Desweiteren wurden bisher über 6.000 Insektenarten und 120 Reptilien- und Amphibienarten registriert. Zahlreiche andere bedrohte Tierarten machen dieses Gebiet einzigartig, so z. B. das Pekari und vor allem die Harpyie, eine der größten und stärksten Greifvögel der Welt, zu dessen Nahrung Affen und Faultiere gehören. Lange Wanderwege verbinden die Rangerstützpunkte miteinander. Die beliebtesten Routen sind von dem im Landesinneren gelegenen Los Patos nach La Sirena mit um die 20 km und von La Sirena nach La Leona mit weiteren 15 km an der Küste entlang. Im Bereich von La Sirena gibt es mehrere kleine Wege und Küstenpfade, auf denen man entspannt viele Tiere sehen kann.

Die Playas Corcovado und Madrigal bieten ideale Badegelegenheiten. Auf einer einsameren Küstenroute von der Station San Pedrillo aus läuft man zur Playa Llorona, wo Karettschildkröten, Lederschildkröten, Bastardschildkröten und Suppenschildkröten ihre Eier ablegen. Alle längeren Wanderrouten passieren mehrere Flussmündungen, dichten Dschungel, teilweise verschlammte Pfade und schattenlose Strände. Eine selbstständige Wanderung sollte sehr gut vorbereitet sein. Angemessene Schuhe und Kleidung, Kompass und Karte, Insektenschutzmittel, Sonnenschutz sowie ausreichend Trinkwasser und Verpflegung sind ein Muss. Am geeignesten ist es sich einen Führer zu nehmen, er kennt die Wege und möglichen Gefahren, weiß wo man im Dickicht Tiere entdecken kann und vermittelt zusätzlich interessante Informationen.