Isla del Coco

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Kurz nach ihrer Entdeckung in der Mitte des 16. Jh. ist dieses kleine paradiesische Stück Land, das sich etwa 550 km südwestlich des Festlandes (gemessen vom südlichsten Punkt der Halbinsel Nicoya) befindet, auch kartografisch erfasst worden. In den folgenden Jahrhunderten diente die "Kokosinsel" vielen Seefahrern, Piraten und Walfängern als Stützpunkt um sich mit frischem Wasser und Kokosnüssen zu versorgen. Im 18. Jh. waren hier vorwiegend Piraten ansässig, die angeblich auf der ganzen Insel ihre Schätze vergraben haben sollen. Seit dieser Zeit brach ein wahrer Schatzsuchboom aus, selbst die costaricanische Regierung vergab noch 1869 einen offiziellen Auftrag zur Schatzsuche. Mehrere hundert Schatzsucher kehrten allerdings weder mit Gold noch Juwelen zurück, ein einzigartiger Schatz der Insel blieb ihre Natur.

Seit 1997 ist die Isla del Coco UNESCO-Weltnaturerbe und noch in diesem Jahr entscheidet sich, ob sich die Mitbewerberin zu den 7 Weltwundern der Natur zählen darf. Was viele nicht wissen: Die Eingangsszene des Filmes "Jurassic Parc" zeigt aus der Vogelperspektive eine immergrüne und dichtbewaldete Tropenlandschaft mit ins Meer abfallenden Felsen. Dies wurde auf der Isla del Coco gedreht und machte Costa Ricas abgelegensten Nationalpark auch international bekannt.

Unter allen Naturschutz-Regionen des Landes sind die Kokosinseln wohl die exklusivsten. Der Eintritt für den Nationalpark Isla del Coco kostet zwischen US-$ 35,- bis 40,-. Am besten organisiert man einen Besuch über einen der vielen Tourenanbieter, der kennt und erledigt die Formalitäten. Bei einer Anreise mit eigenem Boot ist es nötig, sich vorher eine Genehmigung bei der Área de Conservación de la Isla del Coco (San José) geben zu lassen. Ganz in der Nähe der Surferstadt Jacó werden an der Playa Herradura täglich Bootstouren auf die Insel angeboten, die eine Inselerkundung und Tierbeobachtung beinhalten. Übernachten auf der Insel ist generell nicht gestattet (nur die Parkwächter leben hier), so dass man im vorgelagerten Boot nächtigen muss.

Durch die dichte und urwüchsige Regenwaldlandschaft der zerklüfteten Insel weist ein Netz aus Wanderpfaden, die zum höchsten Punkt, dem Gipfel des Cerro Iglesias (635 m) mit fantastischer Aussicht, führen. Das Terrain ist vulkanischen Ursprungs, es wird von unzähligen Flüssen durchzogen und man trifft auf spektakuläre Wasserfälle an steilen Klippen. Im Norden der Insel findet man jeweils östlich (Chatham Bay) und westlich (Wafer Bay) eine Bucht, an denen die Boote anlegen und die mit schönen Sandstränden versehen sind. Die abgeschiedene Lage weit im Meer hat hier ein einzigartiges Ökosystem hervorgebracht. Bisher wurden jeweils über 70 Tier- und Pflanzenarten entdeckt, von denen einige ausschliesslich hier vorkommen. Vogelkundler schätzen die Insel besonders wegen ihrer Kolonien an Seevögeln, die zum Teil nur auf der Insel und den umliegenden kleinen Inselchen ungestört nisten können. Der Kokoskuckuck, der Kokosinsel-Tyrann und der Kokosfink sind Vogelarten, die nur hier zu finden.

Die Hauptattraktion allerdings sind die einzigartigen und vortrefflichen Tauchgründe, die das Gebiet zu einem der attraktivsten Tauchreviere weltweit hat wachsen lassen. Eine Vielfalt an Meeresbewohnern bevölkert die Gewässer, dazu gehören mittlerweile etwa 18 verschiedene Korallenarten, etliche Meeresschildkröten, ca. 60 Schalentier- und 3 Delfinarten sowie unzählige Tropenfische. Bekannt sind die umliegenden Gewässer auch für ihre hohe Population an Raubfischen, so dass man bei einem Tauchausflug auch die Gelegenheit bekommt, Schwärme von Bogenstirn-Hammerhaien, Weissspitz-Riffhaien, Walhaie und Mantas zu erblicken.