Rincón de la Vieja

File 840Nur wenige Kilometer von Liberia, der Hauptstadt der Provinz Guanacaste, liegt der 14.160 ha große Nationalpark Rincón de la Vieja (geöffnet tägl. 8-16 Uhr). Inmitten des Parks erhebt sich der populäre, uralte aber immer noch aktive und 1895 m hohe Vulkan Rincón de la Vieja. Seit 1983 gab es allerdings keinen Ausbruch mehr. Er gehört zu einer ganzen zum Teil aktiven Vulkankette, darunter der Orosi, der Miravalles und direkt neben dem Rincón de la Vieja der bereits erloschene Gipfel Santa María mit einer Höhe von 1.670 m.

File 738Die Hanglandschaft zwischen beiden Erhebungen ist geprägt von vielen farbigen Dampfaustrittsstellen, sogenannte Fumarolen, stinkenden Schwefelquellen und kleinen Geysiren (heiße Wasserquellen). Letztgenannte sprühen von Zeit zu Zeit Wasserfontänen in die Luft. Der Park bietet großartige Impressionen zu den verschiedenen Vegetationszonen und vulkanischen Aktivitätsformen. Besonders für ihn ist, dass hier noch vergleichsweise zahlreich die Nationalblume Costa Ricas, eine seltene Orchideenart namens Guaria morada (Cattleya skinneri), vorkommt.

Von der Rangerstation aus führt ein ca. 3 km langer Pfad in das Gebiet Las Pailas, das neben dampfender Erdrisse besonders durch die zahlreichen blubbernden Schlammlöcher, die Lehmklumpen ausspucken, beeindruckt. Außerdem gibt es eine Abzweigung zu heißen Thermalquellen, in denen es möglich ist zu baden. Auf dem Hauptweg gelangt man zum Krater. Dabei passiert man einige Wasserfälle, Flüsse und größtenteils unberührte Natur. Der Anstieg von bis zu 4 Stunden ist recht anstrengend und steil, wird allerdings bei sonnigem, klaren Wetter mit einem fantastischen Rundblick über die Atlantikküste, den Nicaragua-See und die Pazifikküste mit der Halbinsel Nicoya honoriert. Ist die Sicht wettertechnisch etwas eingeschränkt, reicht der Blick zu der südöstlich des Kraters gelegenen türkisfarbenen Lagune Los Jilgueros und über die trockenen Ebenen Guanacastes.

File 741In der Umgebung der Lagune kann man mit viel Glück sogar Raubtiere wie den Jaguar oder Puma entdecken. Ansonsten bietet der Park eine der besten Gelegenheiten die verschiedenen in Costa Rica lebenden Säugetierarten zu beobachten. Dazu gehören mehrere Affenarten, wie z. B. Brüllaffen, weiterhin Tapire, Nasenbären, Faultiere, Gürteltiere und Hirsche. Bis zu 300 Vogelarten wurden gezählt (Papageie, Tukane, Kolibri, Eulen, Tauben, Adler, Tangare, Spechte, ...). Hinzu kommen die verschiedensten Insektenarten von schillernd bunten Schmetterlingen bis hin zu unliebsamen Zecken, vor denen es sich durch entsprechend lange Kleidung gut zu schützen gilt.

Neben der Wanderung zu Fuss ist das Gelände auch sehr gut zu Pferde zu durchqueren. Eine abenteuerliche und und sehr vielversprechende Form den Park zu erkunden, ist mit dem Canopy. Um den Park herum haben sich einige Anbieter zu Reit- oder Canopyausflügen niedergelassen, aber auch von Liberia aus kann man bequem Touren buchen.