Santa Rosa Nationalpark

File 843Der auf der Halbinsel Santa Elena gelegene Nationalpark (geöffnet tägl. 8-16 Uhr) wurde bereits 1971 eröffnet und hat eine Fläche von etwa 50.000 ha. Er ist Teil eines eng beieinanderliegenden Areals von vielen Schutzgebieten, der Área de Conservacíon Guanacaste. Neben dem Schutz des größten verbliebenen Bestandes an tropischem Trockenwald in Mittelamerika und einiger wichtiger Nistplätze für Meeresschildkröten (Playas Nancite und Ostional) gab primär ein historisches Motiv Anstoss zur Gründung.

Die Schlacht bei Santa Rosa im Jahr 1856 war ein blutiger Kampf zwischen den Söldnertruppen William Walkers und Einheimischen, gröstenteils militärisch unerfahrenen Bauern. Walker hatte bereits weite Teile Nicaraguas eingenommen und war darauf aus alle mittelamerikanischen Länder zu Sklavenstaaten zu machen und sie den USA zu unterwerfen. Costa Rica erhielt im Vorfeld Informationen zu dem Angriff und konnte rechtzeitig eine Gegenwehr formieren. In der Hacienda Santa Rosa wurden die Truppen Walkers schließlich umzingelt und innerhalb kürzester Zeit geschlagen.

Noch zweimal danach wurde Santa Rosa zum Kampfplatz. Um 1919 versuchten nicaraguanische Kämpfertruppen den amtierenden Diktator General Federico Tinoco zu stürzen und 1955 wagte der nicaraguanische Diktator Somoza einen Putschversuch gegen das Regime von José Figueres Ferrer. In der Nähe des Parkeingangs zeugt noch ein ausgedientes, altes Militärfahrzeug von der Ankunft Somozas. Die alte Hacienda Santa Rosa wurde zum historischen Museum "La Casona" umfunktioniert, neben Exponaten zu den militärischen Übergriffen, die an die nationale Unabhängigkeit erinnern sollen, wird auch die Entwicklung der Vegetation vorgestellt.

Der Park ist in mehrere Sektoren aufgeteilt. Der Sektor Santa Rosa umfasst die Rangerstation Nancite, welche der zentrale Punkt zur Schildkrötenbeobachtung ist, und das historische Museum. Zum Sektor Santa Elena gehören die Stationen Santa Elena und Naranjo, der berühmte Surfspot Playa Naranjo (Witch´s Rock) ist ebenfalls eingegliedert. Der nordwestliche Teil der Halbinsel ist bekannt als der Sektor Murcielago mit gleichnamiger Station.

Ein weiterer Stützpunkt nennt sich Islas Station und befindet sich auf einer kleinen Insel, die Teil einer ganzen Inselkette ist. Diese werden von mehreren Fledermausarten (darunter die Vampirfledermaus) bevölkert, sind allerdings nur mit dem Boot zu erreichen.

Die beste Zeit um Tiere zu sehen, sind die Monate Dezember bis April. Die Bäume verlieren ihre Blätter und die Chancen erhöhen sich dort Affen und andere Tiere zu entdecken. Außerdem trocknen die Flüsse und Bäche aus, so dass sich an den verbliebenen Wasserstellen die verschiedensten Tiere tummeln. Ein interessanter Wanderweg ist der "El Sendero Indio Desnudo", inmitten uralter einheimischer Bäume kann man Kapuzineräffchen, Ameisenbären, Nasenbären, Tapire, sogar Hirsche und Kojoten entdecken.

Ein anderer Pfad an kleinen Wasserfällen vorbei hat vorwiegend lehrreichen Charakter, er führt zum Monumento a los Héroes und zeigt Einblicke in die costaricanische Geschichte. Über 250 Arten von Vögeln wurden im Park registriert, darunter Falken, Papageie, Trogone und Tangare.  

 
 
Offizielle Webseite des Parkes: acguanacaste.ac.cr