Städte in Costa Rica

File 744

Die Städte Costa Ricas sind für viele Urlauber zumeist eher ein erster Anlaufpunkt oder auch kurzer Zwischenstopp als das ausgesprochene und endgültige Reiseziel. Ein Besuch dient oftmals dem Zweck möglichst schnell und unkompliziert in das Umland mit seinen naturbelassenen Regenwaldlandschaften, Vulkanen, Flüssen und ganz besonders den einsamen, paradiesischen Stränden weiterzufahren.

Doch man sollte die Attraktivität mancher Städte nicht unterschätzen und die Gelegenheit erster Berührungen mit der costaricanischen Kultur beim Schopfe packen. Besonders praktisch für europäische Touristen, die in der Regel am Internationalen Flughafen von San José ankommen, ist, bei An- und Abreise einige Tage in der beeindruckenden Hauptstadt zu verbringen. Unzählige Museen zu Geschichte, Kunst und der Pflanzen- und Tierwelt des Landes, reichlich schattenspendende Grünanlagen, historische Architektur und nicht zuletzt die traditionellen Stadtmärkte mit einheimischem Obst, Gemüse, frischem Fisch und Fleisch laden zu einem längeren Aufenthalt ein. Daneben ist es höchst interessant eines der vielen kulturellen und religiösen Festivals, die für die Costaricaner nationale Bedeutung haben, mitzuerleben. Für die Costaricaner sind die Feste nicht nur reines Unterhaltungsprogramm, sondern auch Ausdruck des Gemeinschaftsgefühls unabhängig von Religion oder Nationalität. So kann man miterleben wie z. B. im afro-karibisch geprägten Puerto Limón am Nationalfeiertag von Christoph Columbus Ankunft in Costa Rica (12. Okt.) über mehrere Tage hinweg zu afro-karibischer Musik getanzt, sowie typisches Essen aus Jamaica angeboten wird.

File 657

Einige Orte wie die Küstenstadt Quepos konnten sich, trotz der Nähe zu begehrten Touristenzielen, ihren authentischen Reiz bewahren – allen ausländischen Investitionen zum Trotz. So hat man die Gelegenheit noch echte costaricanische Kultur unter Fischern, Kaufleuten und Plantagenarbeitern kennenzulernen.

Mit der Geschichte des Landes wird man in Heredia schon in der Öffentlichkeit konfrontiert. Unzählige Kolonialbauten, entweder aufwendig und attraktiv restauriert oder auch in ihrem baufälligen Charme belassen, erinnern noch heute an die glanzvollen Zeiten des Kaffeeanbaus. Die frühere Hauptstadt Cartago dagegen präsentiert Geschichte von einer anderen, eher düsteren Seite. Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurde die Stadt immer wieder von Erdbeben heimgesucht, so dass das heutige Stadtbild von einer Mischung aus modernen Bauten und verfallenen Ruinen geprägt wird.

Die Costaricaner sind sehr stolz auf ihre nationale Geschichte und Kultur und so darf in keiner größeren Stadt wie in San JoséAlajuelaHerediaPuntarenas und Cartago eine "Casa de la Cultura" fehlen. Darin finden sich im Allgemeinen Ausstellungsräume und Informationen zu allen kulturellen und religiösen Veranstaltungen. Bei einem Besuch bemerkt man schnell, dass Costa Rica auch in der Kunstszene etwas beizutragen hat. Viele junge aufstrebende Künstler präsentieren ihre Werke in den Räumlichkeiten, aber auch auf Kunstmärkten und in Gallerien. Tatsächlich entwickelte sich eine künstlerische Tradition der Malerei in Costa Rica erst im 20. Jh. Der bekannteste Maler des Landes ist Enrique Echandi (1866-1959). Er ging zum Studium nach Europa und lernte aus der langen europäischen Tradition der Malerei. Bei seiner Rückkehr begann er mit Portraits und Landschaften, die das Leben der einfachen Bauern und deren Familien realistisch thematisierten. In der Landschaftsmalerei verfeinerte er die Technik dermaßen, so dass sich viele nachfolgenden costaricanischen Maler in seiner Tradition sehen und seine Arbeiten mit den Motiven der Landschaft, Umwelt und dem bäuerlichen Leben zum Vorbild haben.