Heredia

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In Costa Ricas kleinster Provinz Heredia liegt dieses gleichnamige Städtchen, dessen landschaftliche Umgebung durch die grünen Felder des traditionellen Kaffeeanbaus beeindruckt. Während der spanischen Besatzungszeit konnte sich "La ciudad de las flores" (die Stadt der Blumen) seit Beginn des 18. Jh. einer großen Bautätigkeit erfreuen. Viele Kolonialbauten entstanden, die auch heute noch das historische Stadtbild prägen. Gleichzeitig war die Stadt Wohnsitz vieler spanischer Adliger, die durch den Kaffeehandel zu Wohlstand gekommen sind.

Heute sind Heredia und die Umgebung der Stadt bekannt für die Herstellung von Mikrochips, die seit den 90er Jahren unter den erfolgreichsten Exportgütern Costa Ricas sind.

Auch wenn das Städtchen mit den Jahren gewachsen ist und nur etwa 15 km von San José entfernt liegt, hat es sich seinen kleinstädtischen Charme bewahren können. Leicht internationalen Flair erreicht die Stadt durch die hier ansässigen Computer- und Hightechfirmen, die Universidad Nacional und nicht zuletzt durch die vielen Sprachschulen, deren Angebot hier eine willkommene Abwechslung zu dem wesentlich geschäftigeren San José ist.

Im Universitätsviertel im westlichen Teil der Stadt findet man ein reichliches Angebot an Bars, Cafés, Musikläden und Internetcafés. Außerdem bietet der Universitätscampus mit seinen Aushängen und Plakaten beste Informationsmöglichkeiten zu kulturellen und anderen Tag- und Nachtveranstaltungen der Stadt.

Ihren Beinamen erhielt Heredia wegen seiner vielen und schönen Grünanlagen. Der Park Central mit seinem großen Springbrunnen, unzähligen Palmen und Mangobäumen, sowie den steinernen Sitzbänken bildet das Herzstück der Stadt. Um ihn herum erheben sich einige Kolonialbauten, die eine historische Atmosphäre versprühen. Darunter auch die Iglesia de la Imaculada Concepción, die 1797 fertiggestellt wurde. Ihre gedrungene und mit dicken Mauern versehene Bauart mag nicht sehr elegant wirken, doch verhalf es ihr einige Erdbeben zu überstehen, während ähnlich alte Bauten zerstört wurden.

An der gegenüberliegenden Seite des Parks befindet sich die Casa de la Cultura, ein Haus, das früher als Wohnsitz des Präsidenten Alfredo González Flores (1913-17) diente. Heute ist es ein historisches Museum. Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte Costa Ricas, regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen versprechen ebenfalls einen interessanten Besuch.

Das Wahrzeichen Heredias ist der Wachturm "El Fortín", der 1867 als Teil einer größerangelegten spanischen Festung erbaut wurde. Sehr eindrucksvoll und kulinarisch anregend ist der traditionelle Mercado Central (Lebensmittelmarkt), sowie der Mercado Flores (Blumenmarkt) im Stadtzentrum.