San José

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Die Hauptstadt und heute zugleich größte Stadt Costa Ricas war zunächst ein kleines unbedeutendes Dorf, dass sich erst um 1823 mit der Verlegung des Regierungssitzes von Cartago hierher zu einer geschäftigen und kosmopolitischen Großstadt entwickelte. Für die meisten Urlauber ist San José eher ein Ort der Durchreise, um in die Naturgebiete des Umlands mit ihren Regenwäldern, Flüssen, Vulkanen und unberührten Stränden weiterzufahren. Doch bietet die Stadt viel Abwechslung und beste Voraussetzungen um die costaricanische Kultur 

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näher kennenzulernen. Das interessanteste Viertel ist das Barrio Amón mit einigen historischen Villen des späten 19. Jh., in denen früher Kaffeebarone residierten, und die heute zu ansehnlichen Hotels und Restaurants umgestaltet wurden. Südlich des Zentrums befinden sich die lebendigen Studentenviertel Los Yoses und San Pedro.

Das Stadtzentrum ist nicht sehr groß und am besten zu Fuss zu erkunden. Ein Spaziergang durch den Mercado Central verheißt schon mal schmackhafte Einblicke in die lateinamerikanische Küche. Besonders günstig und frisch kann man hier viele Gerichte probieren. Einer der schönsten Plätze ist der schattige Parque Nacional mit dem Monumento Nacional. Ihn umgeben wichtige Bauten wie die Biblioteca Nacional, die Asamblea Legislativa (das Parlament) und die zur Sonntagsmesse sehr gut besuchte Catedral Metropolitana.

Südlich des Parque Central stösst man auf die Placa de la Democracia, die mit einigen Ständen eines Kunsthandwerkmarktes interessant belebt wird. Für sportliche Aktivitäten ist der großangelegte Parque Metropolitano La Sabana ideal. Er ist mit Tennisplätzen, Spielfeldern für Fussball, Volleyball, Basketball und Baseball sowie Joggingpfaden ausgestattet. Daneben ist er auch ein beliebter Ort der Entspannung.
 

Museen & Kultur:

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An der im Stadtkern gelegenen Placa de la Cultura befindet sich ein umfangreiches Institut für Touristen, in dem man mit sämtlichen Reiseinformationen, Plänen und Karten ausgestattet wird. Südlich der Placa stösst man gleich auf 3 Museen, die in einem Gebäude zusammengefasst sind. Zum einen das Museo de Oro Precolombino y Numismática, das Goldmuseum (geöffnet Di-So 10-16.30 Uhr). Ein weiterer Ausstellungsbereich zeigt die Geschichte der costaricanischen Währung und in einem dritten Raum werden Exponate lokaler Künstler präsentiert. Außerdem steht hier San Josés imponierendstes Gebäude, das Teatro Nacional. Finanziert aus den Einkünften des Kaffee-Exports wurde der Bau 1897 mithilfe europäischer Baumeister fertiggestellt und besticht durch eine neoklassizistische Fassade. Sein Dreiecksgiebel krönt links eine Statue Beethovens und rechts die des spanischen Dramatikers Calderón de la Barca (17. Jh.). Abends finden ausgewählte Darbietungen statt, die bei Theater- und Opernkennern sehr beliebt sind. Tagsüber kann der Innenraum besichtigt werden. Inmitten einer prunkvollen und opulenten Ausstattung mit Marmor, Bronze, Vergoldungen, Stuckverzierungen und teuren Edelhölzern sind zusätzlich Statuen, Gemälde sowie kostbare Spiegel und Kronleuchter zu bestaunen. Das berühmte Deckengemälde "La Alegoría del Café" im Foyer des Theaters stammt von dem italienischem Maler Aleardo Villa und setzt dem damals lukrativen Kaffeeboom ein Denkmal.

Das Museo de Arte y Diseño Contemporáneo (kurz: MADC, geöffnet Di-Sa 10-17 Uhr) am Parque Nacional gelegen, zeigt zeitgenössische Exponate vorwiegend mittelamerikanischer Künstler. Interessant ist das historische Gebäude des MADC, 1855 erbaut, diente es zunächst der staatlichen Spirituosenproduktion.

Das populärste Museum der Stadt, das Museo de Jade (geöffnet Mo-Fr 8.30-15.30 Uhr) befindet sich am Parque España. Es präsentiert die weltweit größte Sammlung amerikanischer Jade, das die Spanier während der Kolonialzeit in großen Mengen nach Europa brachten und es sich dort zum modischen Schmuckstück etablierte. Die Galería Andrómeda ist direkt hinter dem Museo de Jade zu finden und stellt regelmäßig Werke junger einheimischer Künstler in lockerer, unkonventioneller Atmosphäre aus.

Für die Kleinen existiert das einzigartige Museo de los Niños, ein Kindermuseum, das auf abenteuerliche Weise Naturwissenschaften, Geografie und Musik vermittelt (geöffnet Di-Fr 8-16.30, Sa/So 9.30-17 Uhr). Im selben Haus, das Anfang des 20. Jh. als Gefängnisanstalt errichtet wurde, befindet sich auch die Galería Nacional mit Stücken zur Modernen Kunst. Ein weiteres auch für Kinder geeignetes Programm stellt das Museo de Formas, Espacios y Sonidos in einem ehemaligen Bahnhof aus. In diesem interaktiven Museum kann man alte Eisenbahnwaggons durchlaufen. Zusätzlich beschäftigen sich mehrere kleine Ausstellungen mit den Sinnen Sehen, Hören und Fühlen.

Ein empfehlenswerter Tipp ist das Museo Para la Paz (geöffnet Mo-Fr 8-12 & 13.30-16.30 Uhr). Es dokumentiert hauptsächlich das Bestreben des Präsidenten Oscar Arias um Frieden in Mittelamerika, der dafür mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Daneben informiert es auch über andere Preisträger wie den Dalai Lama oder Jimmy Carter.

In der ehemaligen Militärfestung Bellavista befindet sich das Museo Nacional, das einen schnellen und fundierten Überblick über die costaricanische Geschichte liefert und außerdem eine Abteilung zur Naturgeschichte des Landes innehat.

Am Parque Metropolitano La Sabana befindet sich das Museu de Arte Costarricense, das die costaricanische Kunst des 19. und 20. Jh. zeigt. Der sehenswerte Bau stammt aus der Kolonialzeit, daneben wurde ein offener Hof mit verschiedenen Statuen angelegt. Ein weiterer Ausstellungsraum in der Nähe ist das Museo de Ciencias Naturales La Salle. Exponate zur Paläontologie und präkolumbianischer Archäologie, sowie unzählig ausgestopfte Tiere und präparierte Insekten gehören hier zum exponierten Repertoire.