San Vito

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In den 1950er Jahren haben sich italienische Einwanderer aufgrund der Natur und besseren Lebensqualität im Süden Costa Ricas an der Grenze zu Panamá niedergelassen und das Bergstädtchen San Vito gegründet. Als Teil der Talamanca-Gebirgskette liegt der Ort auf knapp über 1.000 m Höhe, hat ein eher mildes Klima und ist eine erholende Oase von der Hitze des Tieflandes. Auch heute noch ist San Vito Heimat einer großen italienischen Gemeinde. Sprache und Kultur werden weiterhin gepflegt, so dass man hier u. a. auf das beste italienische Essen des Landes trifft. Interessant ist das Centro Cultural Dante Alighieri, das die Geschichte der Einwanderer aus Italien erzählt und darüber hinaus Unterichtsstunden in Italienisch organisiert.

Obendrein hat sich die Gegend auch zur Heimat einer großen Gemeinschaft der Guaymí, der Nachkommen der Ureinwohner Costa Ricas, entwickelt. Ganz in der Nähe befindet sich das Reserva Indígena Guaymí de Coto Brus und so trifft man öfters auf den Strassen und in Bussen auf Guaymí in traditioneller Kleidung.

San Vito ist außerdem idealer Standort um dem angrenzenden Internationalen Park La Amistad oder dem über die Grenzen des Landes bekannten Wilson Botanical Garden (geöffnet tägl. 7.30-16.30 Uhr) einen Besuch abzustatten. Letztgenannter befindet sich nur 5 km südlich und wurde 1963 von dem Ehepaar Wilson gegründet. Anfang der 1970er Jahre wurde er in die biologische Station Las Cruces integriert und unter die Aufsicht der Organization for Tropical Studies (OTS) gestellt. Als Teil der OTS ist der Garten gleichzeitig wissenschaftliche Forschungsstation. Früher und auch heute noch ist die Landschaft um San Vito vom Kaffeeanbau geprägt. Einige Felder fielen landwirtschaftlicher Abnutzung wie der Rodung für die Viehzucht zum Opfer. Aufgrunddessen schützt die Organisation einen noch recht überschaubaren Waldbestand sowie vom Aussterben bedrohte Pflanzen mit dem Zweck einer zukünftigen Neuanpflanzung. Bei einem Rundgang durch den Botanischen Garten kann man mehrere Vogelarten wie Tangare und Tucane sowie über 700 Palmenarten, mehrere Orchideen- und Bromelienarten entdecken. Eine Übernachtung im Garten ist ebenfalls möglich, sollte allerdings vorher reserviert werden, da die Unterkünfte oft von Wissenschaftlern und Studenten belegt sind.