Cartago

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Cartago wurde im Jahre 1563 als erste Stadt Costa Ricas unter dem spanischen Gouverneur Juan Vásquez de Coronado gegründet und war bis 1823 Landeshauptstadt. Sie liegt in der Provinz Cartago und ist nur ca. 20 km von San José entfernt. Das Klima hier ist durch die Höhe von ca. 1.400 m über dem Meeresspiegel eher frisch und die Nähe zu den Bergen lässt den Himmel manchmal kaum aufklaren.

Unter der spanischen Herrschaft wurden hier zahlreiche Kolonialbauten errichtet, jedoch haben die in der Vergangenheit geschehenen Naturkatastrophen der Stadt immer wieder schwer zugesetzt. Ein Ausbruch des Vulkan Irazú im Jahr 1723 zerstörte die Stadt völligst. Erdbeben in den Jahren 1841, 1910 und zuletzt 1963 führten ebenfalls zu zahlreichen Verwüstungen. Leider ist mit der Verlagerung der Hauptstadt nach San José das Interesse an einem historischen Wiederaufbau Cartagos zurückgegangen, so dass die Stadt sehr modern aber auch sehr attraktiv anmutet.

File 735Ausgenommen vom unterlassenen Wiederaufbau ist die im byzantinischen Stil errichtete Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles. Sie bildet als wohl bekannteste Kirche des Landes den stolzen Mittelpunkt der Stadt und wird regelmäßig von Pilgern aufgesucht. Zuletzt wurde sie im Jahr 1926 nach der Zerstörung durch das Erdbeben 1910 wiederhergestellt. Im Chorbereich befindet sich die ca. 20 cm kleine Statuette der schwarzen Madonna, die von den Costaricanern auch "La Negrita" genannt wird. Besonders im August trifft man auf viele religiöse Pilger, die zu der Heiligen Madonna wandern.

File 744Das älteste Bauwerk in Cartago ist die Iglesia de la Parroquia, sie wurde bereits 1575 zu Ehren des Heiligen Jakob gegründet und ebenfalls nach Zerstörungen immer wieder erneuert. Nach den Schäden, die durch das Erdbeben 1910 entstanden, wurde der Aufbau nicht mehr wieder aufgenommen, so dass sie heute als halbzerstörte Ruine in Erscheinung tritt. Im Inneren wurde jetzt ein kleiner hübscher Park angelegt.

Cartago ist wesentlich weniger touristisch als das nahgelegene San José. Gemütlich kann man hier durch die Einkaufsstrassen schlendern oder sich in einer der Grünanlagen erholen.

In der unmittelbaren Umgebung trifft man auch auf wunderschöne Landschaften, besonders geprägt durch die vielen Kaffeefelder. Südöstlich von Cartago erstreckt sich das Flusstal Valle Orosí, das mit seinen Hügellandschaften, den heißen Quellen, Orchideengärten und nicht zuletzt dem Nationalpark Vulkan Irazú zu Ausflügen in die Natur einlädt.