Playa Tortuguero

(nördliche Atlantikküste, Limón)

File 726

Der dunkle Sandstrand Playa Tortuguero liegt ca. 80 km von Limón im 31.187 ha (Landfläche) großen Nationalpark Tortuguero (geöffnet tägl. 5-18 Uhr). Er ist weniger zum Baden geeignet, da der Wellengang zeitweise sehr stark sein kann.

Das kleine Fischerdorf Tortuguero auf dem schmalen Landabschnitt zwischen Park und Strand bildet den Ausgangspunkt für sämtliche Exkursionen in den Park. Playa Tortuguero ist einer der bekanntesten Eiablageplätze der Lederschildkröte und Grünen Meeresschildkröte (span. tortuga: Schildkröte), die von Juli bis September hierher kommen. Auch die Echte Karettschildkröte und die Unechte Karettschildkröte nutzen File 804diesen Brutplatz. Nachts wird der 36 km lange Strand komplett bewacht und das Betreten ist untersagt, damit die Schildkröten bei ihrer nächtlichen Eiablage nicht gestört werden. Man kann sich das Schauspiel in Form einer offiziell geleiteten Tour ansehen, das Fotografieren sowie die Benutzung von Lichtmitteln wie Taschenlampe sind allerdings verboten um jegliche Ablenkung der Tiere zu unterbinden. Von Septemer bis Dezember schlüpfen die Jungtiere. Ganz besonders schön ist es, sie morgens kurz nach Sonnenaufgang zum Meer zurücklaufen zu sehen.

Im Park trifft man auf eine Forschungsstation mit kleinem Museum, die das Verhalten der Schildkröten studiert. Der dichte Urwald des Parks wird durch eine architektonisch beeindruckende Kanal- und Lagunenlandschaft aufgelockert. Das durchgehende Wasserstraßensystem wurde entwickelt, um den Binnenverkehr zwischen Limón und den Küstendörfern auszubauen. Tortuguero ist deshalb nur über den Wasser- oder Luftweg zu erreichen. Die Wasserstrassen sind gleichzeitig die einzigen Verkehrswege und das Boot wichtigstes Transportmittel. Mit den hießigen Wassertaxis kommt man allerdings problemlos überall hin.

Besonders bieten sich hier Ausflüge mit dem Boot, Kajak oder Kanu an. Die hohen Niederschlagsmengen (es gibt in dieser Region praktisch keine Trockenzeit) verbunden mit der üppigen Vegetation und dem Artenreichtum verliehen der Gegend auch den Namen "Amazonas Costa Ricas". Ungefähr 320 Vogelarten, mehrere Affenarten, Faultiere, Frösche und allerhand Reptilien wie Krokodile, Kaimane und Basilisken haben hier ihren Lebensraum. Die Wasserfläche des Parks mit über 50.000 ha beherbergt seltene Fischarten wie Tarpune und die vom Aussterben bedrohten Seekühe.

Weitere Angebote sind geführte Wanderungen durch den Regenwaldteil des Parks, bei denen durch einen Guide viel Wissenswertes über die hießige Flora und Fauna vermittelt wird. Befestigte Pfade ermöglichen auch eine Erkundung auf eigene Faust, allerdings sollte man auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und immer gut Ausschau halten, wo man hintritt. Die am Wegesrand wachsenden Büsche, großblättrigen Pflanzen und Baumstämme sind ein beliebter Platz für giftige Schlangen wie die Lanzenotter, von der viele im Park leben. Sie greifen im Allgemeinen nicht von selbst an, sondern beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Dennoch wird zur Vorsicht geraten, denn sie sind durch ihre Tarnung manchmal kaum von dem grünen Terrain zu unterscheiden.